
Thérèse von Lisieux
Mit vierundzwanzig in einem Provinzkarmel gestorben, nachdem sie das ganze geistliche Leben auf etwas heruntergebrochen hatte, das man an einem schlechten Nachmittag versuchen kann.
- Lebte
- 1873 – 1897
- Gedenktag
- 1. Oktober
- Tradition
- Westkirche
- Verehrung
- Heiliggesprochen 1925; Kirchenlehrerin
- Patron von
- Missionare, Floristen, Frankreich
Mit fünfzehn trat sie in den Karmel von Lisieux ein und starb dort mit vierundzwanzig, ohne etwas getan zu haben, worüber eine Zeitung berichtet hätte. Was sie hinterließ, war eine Methode, und die Methode war absichtlich klein.
Ihr klarstes Beispiel geht so. Während des Abendgebets machte eine Schwester hinter ihr ein leises Schabgeräusch, wieder und wieder — wie zwei Muscheln, die man aneinander reibt, schrieb Thérèse. Es brachte sie fast um den Verstand. Sie konnte sich nicht umdrehen und es nicht abstellen. Also hörte sie auf zu kämpfen. Sie wandte sich dem Geräusch zu, hörte genau hin und behandelte es wie Musik.
Das ist der kleine Weg in einer Geste: kein Heldentum, kein großer Verzicht, sondern die winzige Umlenkung der Aufmerksamkeit, die dir genau dort zur Verfügung steht, wo du feststeckst. Sie hielt das für die einzige Größe, die den meisten Menschen je angeboten wird. Vielleicht hatte sie recht.
- Geboren: Alençon
- Gestorben: Lisieux
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